
Leicht, aber nicht platt - Die erste wichtige Aufgabe für Manager erfüllt Reinhard Sprenger (55) mit seinem Buch allemal. Den richtigen Zeitpunkt zu finden, das Produkt auf den Markt zu bringen. Sprenger wählt mit der EM den idealen Zeitpunkt sein Buch der Leserschaft zu präsentieren. Gut aufgestellt. Fußballstrategien für Manager lautet der Titel. Und er hält was er verspricht. Sprenger nutzt die sowohl verständlichen wie einprägsamen Bilder der Fußballersprache und -situationen, um die Herausforderungen anzusprechen, denen Organisationen und deren Führungskräfte gegenüberstehen. Er belässt es aber nicht beim bloßen Ansprechen, sondern bietet im Fortlauf seiner Ausführungen auch die entsprechenden Lösungen.Reinhard K. Sprenger zählt als profilierter und einflussreicher Autor verschiedener Managementliteratur. Zu seinen bekanntesten gehört Mythos Motivation. Seine Werke sind nicht kritiklos. Wie viele andere Autoren der (Selbst)Management Bücher sind sie wissenschaftlich nicht immer fundiert und tragen unfreiwillig den Beinamen Management-Kochbuch-Literatur. So werden Sie erfolgreich. Die fünf, zehn Tipps, um ... erfolgreich zu werden.Diesen Vorwurf kann man hier nicht machen. Zum einen ist es das Thema, das es -im positiven Sinne- spielerisch und nicht wissenschaftlich erscheinen lässt. Zum anderen gibt er nicht DIE Checkliste um erfolgreich zu werden. Was aber ist anders als bei vielen Managementbüchern? Die Verbindung Sport im Allgemeinen zur Wirtschaft oder mittels Fußball gab es ebenfalls schon. Neu ist die systematische Auseinandersetzung und logische Herleitung der Verbindung zwischen der Welt des Fußballs und der, der Wirtschaft. Die Kapitel teilen sich in die Kapitel Tabellenplatz, Trainer, Mannschaft, Fankurve und behandeln damit die Felder: Markt/Wettbewerb, Führungspersonal, Mitarbeiter, Öffentlichkeit. Grundsätzlich ist der Aufbau gleich. Problemfeld, Fußballanekdoten, Lösungen im Fußball, Übertrag in die reale Welt. Was verwundert ist die Plausibilität des Übertrags. Man stellt sich irgendwann zwangsläufig die Frage: Warum ist dies oder das nicht schon längst in der Managementwelt angekommen? Warum gibt es immer noch die typischen Managementreflexe? Warum ist der Fußball Vorreiter? Zumindest die letzte Frage lässt sich nach den Beispielen beantworten. Weil er es sein muss. Das Fußballgeschäft ist so schnelllebig und so öffentlich, dass es Auswirkungen, (Miss)Erfolg gnadenlos aufzeigt. Es ist wie kein Feld geeignet vergleiche Anzustellen. Liegt also nahe die Schublade des Fußballerfolgs aufzumachen und wie eine Beratung einer Firma zu raten. Genau diese Praxis wendet Sprenger aber nicht nur nicht an, vielmehr kritisiert er diese Beratungspraxis auf das Schärfste. Erfolg ist nicht die Anwendung übertragbar, vielmehr entwickelt es sich, aus einer Fülle von Faktoren. Diese sind u. a. der Umgang mit Vertrauen, Fehlern, Zielen. Der Leser spürt Sprengers Begeisterung für den Fußball und der Führung bei jedem Kapitel. Wäre nur jedes BWL-Buch so spannend, die Abschlussnoten aber auch die Managementleistungen würden sich verbessern. Dieses Buch ist für nahezu jedem zu empfehlen. Ob fußballbegeistert oder an Wirtschaft/Management interessiert. Leicht aber nicht platt, lehrreich, aber nicht lehrerhaft zeigt Sprenger auf, was wahrlich auf dem Platz liegt. Ob in der Krise oder erfolgreich, geschäftlich oder privat, Fußball ist offensichtlich nicht nur ein Spiel, es scheint das komprimierte Leben zu sein.
Fußballkönner inspirieren Manager - Und nichts ist so spannend wie Wirtschaft - außer Fußball. Man könnte den Satz auch umdrehen. Hier wie dort trifft man auf die alltagspraktische Trivialität, dass man nicht weiß, wie die Dinge ausgehen. Lernen kann man bei beidem: Mit Würde verlieren, mit Würde gewinnen.R.Springer vergleicht zwei Lebensbereiche, die er nicht gleichsetzt. Wichtige Unterschiede zeigt er auf, die unangetastet bleiben und sich dennoch Wesentliches zu sagen hätten. Sein Gut aufgestellt ist ein Must-Have-Anreger für diejenigen, die selbst innovativ und gekonnt im Spiel der Unternehmenskräfte mitspielen wollen, ohne zu verlieren und zugleich zu produktiven, zufriedenstellenden und kreativen Erfolgen führen. Sein favorisiertes Regel-Spiel ist zugleich eine prominente Attacke auf lahme Lokalmatadore und ein richtiges Sich-Aufstellen-Lassen oder Sich-Aufstellen mit dem richtigen Denkstil. Wesentlich ist für mich seine immer wieder neu herausgestellte Forderung im Unternehmen wie im Fußball konsequent seine eigenen Stärken zu nutzen und beharrlich am Ball zu bleiben. Weitere Aussagen über R. Springer verbiete ich mir, weil niemand ein beredteres Zeugnis über seine Kompetenzen und Visionen besser zu vertreten weiß als er selbst. Ich halte es geradezu für ein Gebot der Stunde, dass Kollegen Managerinnen und Manager die Perspektiven, Leitlinien und Theorieentwickler von R. Springer zur Kenntnis nehmen, sie erproben und weiterentwickeln. Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:Tabellenplatz Wir verkaufen keine Leistung, wir verkaufen Erfolg Spiele werden im Kopf gewonnen Ziel erreicht - was nun Die Angst vor dem Fehler Die Kunst des Verlierens Man spielt für die Tribüne - der Kunde im ZentrumDer Trainer Eine gute Führungskraft macht sich überflüssig Führung braucht freiwillige Gefolgschaft Führung braucht Reife Selbstvertrauen macht innovativ Unbequemes am Anfang durchsetzen Vertrauen beginnt mit Verwundbarkeit Leidenschaftliche FührungMannschaft Hochleistungsteams - vom Miteinander zum Füreinander Personalauswahl ist alles Vom Spezialisten zum Alleskönner Keiner gewinnt alleine - die Bedingungen für ZusammenarbeitFankurve Regeln erhalten die Spannung Angriff ist die Beste Verteidigung Zahlen sind nicht alles Frauen in der Männerdomäne Regelgerecht ist noch nicht fairFür die EG-BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge
Der Management-Trainer als Fußball-Kommentator: Was die Wirtschaft vom Fußball lernen könnte - Der promovierte Philosoph Reinhard K. Sprenger gehört zu den gefragtesten Managementtrainern im deutschsprachigen Raum. Mit seinem Buch „Mythos Motivation“ hat er sich vor Jahren auf dem Markt für Managementliteratur eingeführt. „Gut aufgestellt“ ist sein inzwischen siebtes Buch. Man könnte natürlich den Verdacht hegen, dass der Autor (oder sein Verlag) die Fußball-Europameisterschaft 2008 als Marketinghilfe nutzt, um Bekanntes in neuer Verpackung unters Volk zu bringen. Damit täte man Sprenger, der u.a. auch Sport studiert hat und seit seiner Jugend Fan von Rot-Weiss Essen ist, allerdings unrecht. „Gut aufgestellt“ bringt zwar management-theoretisch nichts Neues – aber die Assoziationen und Parallelen zum Fußball tragen sicher dazu bei, aufgeklärtes Verhalten bei Managern zu bestärken, zumindest bei denen, die mit Fußball etwas anzufangen wissen.Da Manager immer noch in der großen Überzahl indes Männer sind, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Sprengers Buch seine Leser findet bzw. Unternehmensberater mit seiner Hilfe Gehör bei ihren Auftraggebern finden. Denn Fußball kann immer noch als Männer-Domäne gelten. Die Gender-Frage handelt Sprenger übrigens – mit Blick auf den großen Erfolg der Frauennationalmannschaft – ganz cool ab. Nicht davon, dass Frauen die besseren Manager seien, will er uns überzeugen. Er plädiert nur dafür, dass in den Unternehmen ebenso wie beim Fußball die Männerdominanz als Relikt eines „historischen Rückstands“ irgendwann einem Normalzustand weicht: „Wirtschaftlich vernünftige Verhältnisse haben wir auf jeden Fall erst dann erreicht, wenn in den Unternehmen genauso viel weibliche Schwachleister Karriere machen wie männliche.“Den Ball weiterspielen: Vertrauen macht schneller Motivation und Vertrauen sind zwei große Themen in Sprengers Management-Philosophie. In einem Mannschafts-Wettbewerbs-Sport wie dem Fußball finden sich unter diesem Aspekt zahlreiche Parallelen zur Realität in Unternehmen, Organisationen und Arbeitsteams. Wie man es von Sprenger gewohnt ist, zerstört er zunächst einmal die Illusionen des Managements über dessen Motivationskräfte. Führungskräfte, so Sprenger, können nur die Möglichkeiten für Leistung bereit stellen, aber die Leistungs- und Einsatzbereitschaft des Mitarbeiters können sie kaum direkt beeinflussen. Ergo können Manager in punkto Mitarbeitermotivation mehr schlecht als gut machen. Trainer-Star Giovanni Trapattoni liefert Sprenger hierfür die Bestätigung aus dem Fußball: „Ein guter Trainer kann ein Team höchstens 10 Prozent besser machen“, soll der künftige Trainer der irischen Nationalmannschaft einmal gesagt haben, „aber ein schlechter Trainer macht ein Team 50 Prozent schlechter.“Am Unterschied zwischen der deutschen Bundesliga und dem englischen Profifußball exemplifiziert Sprenger den Zusammenhang zwischen Vertrauen und Leistung. Seiner Ansicht nach macht zuviel Kontrolle die Unternehmen langsam und unbeweglich. Die Fußball-Analogie: „Sehen Sie den freien Mitspieler? Oder brauchen Sie nach der Ball-Annahme eine Ewigkeit, bevor Sie den Ball weiterspielen?“ Der schnelle Pass in den freien Raum basiert auf dem Vertrauen, dass alle mitspielen und ein gemeinsames Ziel haben. Diese Spielweise ist auf der Insel schon sehr viel weiter verbreitet als bei uns. Was man auch daran messen kann, dass Bundesligaspieler den Ball durchschnittlich 2,8 Sekunden behalten, britische Profis nur 1,5 Sekunden. Sprengers Buch ist gespickt mit solchen Analogien, die man sehr viel leichter behält, als wenn die Thematik in der Sprache von Managementtheorien abgehandelt würde. Beispielsweise zeigt uns die Welt des Leistungssports Fußball auch, dass hervorragende Spieler nur in seltenen Fällen auch ebenso hervorragende Trainer werden. Es ist eben ein Unterschied, ob man dafür lebt, selbst eine Spitzenleistung auf dem Platz zu zeigen, oder ob man es motivierend findet, das Potenzial anderer zu entfalten. Während sich das in der Fußball-Welt schon ziemlich weit herum gesprochen hat, fehlt diese Erkenntnis in der Wirtschaftswelt noch weit gehend. Sprenger: „In keiner Sportart werden ehemalige Spitzenspieler derart naiv zu Trainern gemacht wie in der Wirtschaft.“Fans wollen keine sicheren Siege: Es lebe der WettbewerbDer Vergleich zwischen Fußball und Wirtschaft ist natürlich auch auf strategischem Gebiet sehr reizvoll. Der Umgang mit Regeln, Fairness, Sportlichkeit und Wettbewerb steht im Fußball ja ständig auf der Tagesordnung. Entsprechend viele Parallelen kann Sprenger hier in seinem Buch ziehen. Und auch dabei schneidet der deutsche Fußball gegenüber dem englischen wieder schlecht ab. Zwar gilt die britische Art des Fußballs als hart und durch hohen Körpereinsatz geprägt. Aber Fairness als ein Verhalten, das den Spielraum, den Regeln lassen, nicht zum Nachteil des Gegners ausreizt, scheint in England doch tiefer in der Psyche der Fußball-Profis verankert zu sein als bei uns. Sprenger zitiert Dietmar Hamann, der als Profi des FC Bayern nach England ging und heute bei Manchester City spielt, mit der Beobachtung: „In England wird ehrlicher Fußball gespielt, es gibt keine Schwalben, hier fordert keiner eine Gelbe Karte für seinen Gegenspieler.“Die Regeln des Fußballs sind ja auch gar nicht für ihn selbst da, sondern für den Wettbewerb und die Zuschauer. Sich an die Regeln zu halten, heißt im Grunde, den Wettbewerb zu lieben. Denn er ist es, der das Spiel spannend macht. Wissenschaftliche Studien, die Sprenger zitiert, haben gezeigt, dass bei Heimspielen die meisten Zuschauer kommen, wenn die Siegwahrscheinlichkeit der eigenen Mannschaft bei etwa 60 Prozent liegt. Fans wollen keine „sicheren“ Siege! Die international bedeutsame Mannschaft, die diesen Zusammenhang am allerbesten erkannt hat, ist der FC Barcelona. Sein Manager Ferran Soriano wird von Sprenger mit der Feststellung zitiert: „Es geht nicht darum, zu gewinnen, sondern zu unterhalten. Die wichtigste Aufgabe des Klubs ist es nicht, Geld zu machen, sondern etwas Gutes für die Gesellschaft zu tun.“ Keine Sponsoren auf dem Trikot: Vorbild FC BarcelonaBezeichnenderweise ist es auch der FC Barcelona, der als einziger Verein seine Trikots nicht als Einnahmequelle nutzt. Auf den „Barca“-Trikots werben nicht Mobilfunk-Betreiber oder Energiekonzerne, sondern das Kinderhilfswerk Unicef, dem der Verein jährlich 1,5 Millionen Euro überweist. Der FC Barcelona habe erkannt, so Sprenger, „dass es im Kampf um profitable Marktanteile nicht mehr ausreicht, ein Starensemble zu finanzieren, den besten TV-Deal abzuschließen und die Meisterschaft zu gewinnen. Wichtig sind vielmehr die Werte, mit der die Marke aufgeladen wird, das Image des Vereins im umgebenden Meinungsklima und die Art und Weise, wie Siege zustande kommen.“Nicht nur in Zeiten von Europa- oder Weltmeisterschaften wünschen wir diesem neuen Buch von Reinhard K. Sprenger viele Käufer und Leser. Vom Fußball lernen, heißt besser managen lernen. Dieses Buch zeigt, wie.
Entertainment - Fußball und Wirtschaft haben also laut dem deutschen Management-Guru Reinhard Sprenger mehr miteinander zu tun als man gemeinhin annimmt. Überall scheint es da Parallelen zu geben: bei der Auswahl der Teammitglieder (bzw. Spieler), bei der Kundenorientierung (bzw. den Fans die eine Mannschaft begeistern soll) oder bei der Kollegialität (bzw. dem Teamgeist). Das ist jetzt alles nicht grundsätzlich als falsch zu bezeichnen. Im Gegenteil: Einem Großteil der von Sprenger vertretenen Thesen würde ich spontan zustimmen. Es ist aber die klare Einschränkung zu machen, dass dies alles sehr allgemeine (man könnte vielleicht auch sagen oberflächliche) Weisheiten sind, die er da zum Besten gibt. Klar, heutzutage muss sich ein Sachbuchautor gut vermarkten, die Frage ist da nur, wo die Grenze zwischen Sachbuch und Entertainment ist und inwieweit Sprenger diese mit diesem Buch nicht überschritten hat. Irgendwie hat das Buch Parallelen zu Bastian Sick und dessen Veröffentlichungen (Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod): Auch der widmet sich einem ernsthaften Thema, hat auch einige gute Punkte auf seiner Seite, betreibt aber in erster Linie Entertainment für eine möglichst breite Maße und nicht unbedingt eine wirklich sachliche und rein inhaltlich getriebene Auseinandersetzung mit der Thematik.Das ist jetzt alles an sich nichts schlechtes, ein gutes Sachbuch macht dies aber noch lange nicht. Letztlich steht in diesem Buch nichts drin, was jemand der halbwegs was von Wirtschaft versteht und einen gesunden Menschenverstand hat, nicht auch so weiß. Inhaltlich werden hier also keine neuen, anregenden oder gar provokativen Thesen präsentiert. Einzige altbekannte Führungsweisheiten die wie ich offen zugebe durchaus geistreich mit dem Thema Fußball verknüpft werden.
Nichts ist so spannend wie die Wirtschaft - außer Fußball - König Fußball regiert die Welt also auch die Wirtschaft, meint Reinhard K. Sprenger. Was der bei Weitem beliebteste Ballsport Firmenchefs zu bieten hat, beschreibt der renommierte Unternehmensberater in seiner gewohnt eloquenten Art. Mit viel Sprachwitz führt er den Leser anhand zahlreicher unterhaltsamer Fußballgeschichten durch die Herausforderungen des Unternehmensalltags. Sprenger besticht wieder einmal durch seine ungewohnten Denkansätze. Er hinterfragt alles, macht Widersprüche deutlich und fordert den Leser zu eigenständigem Denken und Handeln auf. Dabei passiert es schon mal, dass er sich selbst in seinen Gedankengängen zu verheddern droht. Sein unvoreingenommener Blick auf oft eingefahrene Verhaltensweisen im Management macht dies aber mehr als wett. getAbstract empfiehlt das Buch allen Unternehmern und Managern, die ihre gewohnten Denkmuster in Sachen Führung verlassen wollen.